Sonntag, 1. November 2015

im Oktober


Ein Monat, eingespannt zwischen goldenen Tagen zum Anfang und zum Ende: Oktoberorange, wie es unglaublicher kaum sein kann. Bei noch T-Shirt-warmen Temperaturen radelten wir am 3. Oktober zum Rhein nach Speyer, und heute begannen ein paar Münchentage mit herbstsonnigem Englischen Garten, Biergarten inklusive. Mehr Ausflugseinträge weist der Kalender nicht auf - diese beiden aber waren erfüllend genug.

Viel Besuch kehrte bei uns ein: Kinderfreunde und -freundinnen, auch übernachtend, Abendgäste, spontan oder angekündigt, und Geburtstage mitgefeiert habe ich auch ein paar. Die Kinder übernachten immer wieder mal auswärts - so muss das.

Viele Kinderdinge waren zu tun, das reißt einfach nie ab (soll es ja auch nicht, doch manchmal häuft es sich arg):
Tochters Gymnasiumseingewöhnung läuft noch, soll heißen: es läuft noch nicht von allein - sich organisieren, wann welche der langfristigen Hausaufgaben zu machen sind, wann welche Dinge im Ranzen zu sein haben, wann man sich mit den - vielen(!) - neuen Freunden verabreden muss, damit es auch klappt;
Sohnes Schule ist inzwischen Selbstläufer, er zeigt zuweilen ungeahnten Ehrgeiz mitten aus dem Chaos heraus;
dafür gibt er uns zu tun mit diversen Elternabenden seiner tausend Hobbys, den organisatorischen Vorbereitungen für eine Südafrika-Konzertreise (und ich dachte schon, Deutschland hätte Formularwahnsinn), Vorbereitung eines Schüleraustauschs mit der niederländischen Partnerschule, Absprachen und Organisation einer Tschechienreise, wohin er zum Musizieren eingeladen wurde, ein Computerkauf (vom langgesparten eigenen Geld, aber begleiten muss man das ja schon) ... und so manches, was mir schon wieder entfallen ist;
Tochter hat - ihr Herzenswunsch - Fußball im Verein angefangen zu spielen; hat mit der Musical-AG der neuen Schule ihre ersten Aufführungen gehabt (wow: mit kleiner Sprechrolle auf die Schnelle - nie nie nie hätte ich mich das in diesem Alter auf so ner Riesenbühne getraut!); geht stolz zu ihren ersten Schulorchesterproben und freut sich wie ein Springball, dass sie bald mit all den ¨Großen¨ auf Probenfreizeit und Auslandsreise gehen wird.

Und ich?
Ruhiger bin ich, seit Teilzeit ist, und langsamer. Mehr Schlaf, alles dauert länger, der Haushalt liegt ebenso brach wie zuvor. Einzig wichtig aber: das verlangsamte Lebenstempo, DAS!
Zeit für ein paar Spaziergänge, mit und ohne Fotoapparat, ein bisschen gelesen (da ginge immer noch mehr:)), intensiver Klavier gespielt als in den Monaten zuvor, mich im Dorf eingeknüpft in das gerade entstehende Netzwerk zur Aufnahme der bald bei uns einziehenden >100 Flüchtlinge, mit Freundinnen getroffen, all das.
Und gearbeitet, in aller Ruhe, möchte ich fast sagen. Wären da nicht noch ganz frisch die vergangenen drei Tage, an denen ich den halben November vorbereitet und ne Klassenarbeit korrigiert habe. Doch doch, insgesamt ist es ruhiger denn je. Auch wenn es an meinem zweiten Dienstort jetzt bald wieder losgeht und wenn ich seit neuestem in der Steuergruppe der Schule mitwirken darf (intensiv, erfüllend und viel Zeit ausfüllend). Unterrichten ist einfach das schönste (Geldverdien)Geschäft, das ich mir für mich vorstellen kann. Immer noch, immer wieder. In Klassen verliebt sein lässt manchmal gar nicht nach:)


Ein gutes Schlusswort, oder? Bleibe der Text für heute unredigiert, ungekürzt, ungeschliffen hier stehen. Schließlich bin ich gerade im Urlaub und will im Moment eigentlich ziemlich dringlich nur noch ins Bett. Vorher noch ein wenig Ulla Hahn ...

1 Kommentar:

  1. Verlangsamtes Lebenstempo.

    Das gefällt mir am besten.

    Jetzt müßten ganz, ganz viele Menschen dies erleben -- und es brächen beinahe himmlische Zustände an.

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